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Japan Art
Ausstellung
Katagami
Japanische Textilfärbeschablonen
22. April – 23. Mai 2015

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Katagami

Ausstellungsdauer
22. April – 23. Mai 2015

In der Ausstellung zeigen wir eine Auswahl von Katagami und Uwagami des 19. und 20. Jahrhunderts.

Katagami sind Textilfärbeschablonen (kata) aus imprägniertem, kräftigem Papier (kami) zur Musterung von Textilien, die mit Hilfe solcher Schablonen unter Verwendung einer Reispasten-Reservage gefärbt werden (katazome), in einer dem Batik-Verfahren vergleichbaren Technik. Die meisten katagami stammen aus der Stadt Suzuka in der alten Provinz Ise, der heutigen Mie-Präfektur, wo die Tradition des Schablonenschneidens (katahori) und der speziellen Papierherstellung bis heute gepflegt wird. In den heutigen katagami-Sammlungen finden sich fast ausnahmslos Blätter aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert.

Vor dem Schneiden muss zunächst ein Entwurf gezeichnet und anschließend auf das leere oberste katagami-Blatt übertragen werden. Die dabei verwendeten uwagami, die nur sehr selten in die Öffentlichkeit gelangen, sind erstaunliche Zeugnisse einer grenzenlosen graphischen Phantasie.

Katazome, das Färben von Stoff mit Hilfe von katagami, gehört zu den traditionellen Färbeverfahren, die in Japan seit alter Zeit gepflegt werden. Während der Edo-Zeit (1615–1867) entwickelte sich katazome zu einer höchst raffinierten und populären Textilkunst. Schablonengefärbte Gewänder von hoher Eleganz mit komon („Kleinmustern“ – winzigen Motiven in endloser Wiederholung) waren zunächst der Samurai-Klasse vorbehalten. Die hohen Anforderungen dieser Käuferschicht an Schablonenschneider und Färber führte zur Perfektionierung der verschiedenen Arbeitstechniken und zur Erweiterung des Formenrepertoires, wobei die ganze Fülle ostasiatischer Motive für katagami adaptiert wurden. Das gilt auch für das Design der chûgata (katagami mit eher realistischen „mittelgroßen Mustern“), die vor allem zur Blauweißfärbung der Sommerkimonos (yukata) aus feiner Baumwolle benutzt wurden.

(Text: Friedrich Müller, 1984; rev. Wolfgang Höhn, 2011 + 2015)

Ausstellungsübersicht und Abbildungen der Werke
www.japan-art.com

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